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Ratgeber Trockenbau15. Oktober 202616 Min. Lesezeit

Schallschutz für Clubs, Bars und Gastronomie in Hamburg: Trockenbau gegen Bass und Nachbarlärm

Schallschutz für Clubs, Bars und Gastronomie in Hamburg: entkoppelte Decken und Wände gegen Bass, DIN 4109, TA Lärm, VStättVO und Knauf-Systeme im Überblick.

Zwei Nordstern-Monteure beplanken eine Schallschutzwand mit Knauf-Diamant-Platten in der C'est La Vie Night Lounge in Hamburg, einer verschraubt die Platten von der Leiter aus

Von Dr. Navid Naeimi, Geschäftsführer der Nordstern Bauunternehmen Hamburg GmbH

Kurzantwort: Ein Club, eine Bar mit Musik oder ein Veranstaltungsraum unter Wohnungen braucht mehr als Akustikplatten. Wirksam ist eine zweite, vom Gebäude getrennte Schale: entkoppelte Unterdecke, Doppelständer- oder Vorsatzschalenwände und, wo der Bass in den Boden geht, ein schwimmender Boden. Mit Knauf-Trockenbausystemen lässt sich das sauber bauen. Welcher Aufbau reicht, ergibt sich aus DIN 4109, der TA Lärm und einem Schallschutzgutachten. In Hamburg kommen je nach Größe Baugenehmigung, Versammlungsstättenverordnung und Gaststättenrecht dazu.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bass ist das eigentliche Problem. Tiefe Frequenzen gehen als Körperschall durch Decken und Wände. Dagegen hilft nur Entkopplung, nicht Absorption.

  • Die TA Lärm setzt für Geräusche, die innerhalb des Gebäudes in fremde Wohnungen übertragen werden, Richtwerte von 35 dB(A) tags und 25 dB(A) nachts.

  • DIN 4109-1 stellt an „besonders laute“ Räume wie Gasträume mit Musik höhere Anforderungen als an normale Wohnungstrennungen.

  • Gaststätten mit mehr als 40 Gastplätzen sind in Hamburg Sonderbauten. Ab mehr als 200 Besuchenden gilt die Versammlungsstättenverordnung.

  • Brandschutz und Schallschutz müssen in einem Aufbau zusammenpassen. Knauf dokumentiert beides in seinen Systemunterlagen.

  • Planen Sie ein Gutachten von Anfang an ein, und lassen Sie nach der Fertigstellung messen.

Wenn wir in Hamburg einen Club oder eine Bar umbauen, fängt das Gespräch fast immer gleich an: Die Nachbarn haben sich beschwert, das Bezirksamt fragt nach, oder eine neue Fläche soll gar nicht erst Ärger machen. Dieser Ratgeber richtet sich an Betreiber und Eigentümer von Gastronomie, Clubs und Eventflächen. Wie Schallschutz im Trockenbau grundsätzlich funktioniert, zum Beispiel in einer Wohnung oder einem Büro, erklären wir im Ratgeber Schallschutz im Trockenbau in Hamburg. Hier geht es um die laute Seite: Musik, Bass, Gäste bis spät in die Nacht.

Warum Schallschutz im Club anders ist als in der Wohnung

In einer Wohnung geht es um Stimmen, Fernseher und Schritte. In einem Club läuft über Stunden Musik mit hohen Pegeln, und der größte Teil der Energie steckt im Bass. Das ändert die Aufgabe grundlegend.

Tiefe Frequenzen und Körperschall

Tiefe Töne haben lange Wellen. Sie regen ganze Decken und Wände zum Schwingen an, und die Bauteile geben die Schwingung über Stützen, Wände und Rohre an das ganze Gebäude weiter. Der Nachbar zwei Stockwerke höher hört dann nicht die Musik, sondern ein dumpfes Wummern. Die TA Lärm behandelt solche Geräusche gesondert: Geräusche mit vorherrschenden Anteilen unter 90 Hz sind im Einzelfall zu beurteilen, mit Verweis auf die Messvorschrift DIN 45680 (TA Lärm Nr. 7.3 und Anhang A.1.5).

Für die Praxis heißt das: Eine Wand, die Sprache gut dämmt, kann beim Bass schwach sein. Ein Aufbau für einen Club wird deshalb auf tiefe Frequenzen geplant, nicht nur auf einen Einzahlwert.

Raumakustik ist nicht Schallschutz

Absorber, Deckensegel und Akustikplatten verbessern den Klang im Raum. Sie senken den Nachhall und machen Gespräche an der Bar verständlicher. Planungshinweise dazu gibt DIN 18041 „Hörsamkeit in Räumen“. Den Schall vom Nachbarn fern halten sie aber kaum. Dafür braucht es baulichen Schallschutz, also Masse und Entkopplung. Beides gehört in einen guten Umbau, aber man sollte es nicht verwechseln.

Welche Regeln gelten in Hamburg?

Ein Überblick über die Regelwerke, die bei Clubs, Bars und Veranstaltungsräumen in Hamburg typischerweise eine Rolle spielen. Er ersetzt keine Rechtsberatung und kein Gutachten.

Hamburgische Bauordnung: Schallschutz und Sonderbau

Nach § 15 Absatz 2 HBauO müssen Gebäude einen ihrer Nutzung entsprechenden Schallschutz haben. Geräusche von ortsfesten Einrichtungen, etwa einer Musikanlage, sind so zu dämmen, dass keine Gefahren oder unzumutbaren Belästigungen entstehen. Absatz 3 sagt dasselbe für Erschütterungen und Schwingungen.

Wichtig für die Größe Ihres Betriebs: Schank- und Speisegaststätten mit mehr als 40 Gastplätzen in Gebäuden sind Sonderbauten (§ 2 Absatz 4 Nummer 8 HBauO), ebenso Gebäude mit Räumen für mehr als 100 Personen (Nummer 6) und Versammlungsstätten mit mehr als 200 Besuchenden (Nummer 7). Für Sonderbauten läuft das reguläre Baugenehmigungsverfahren nach § 64 HBauO. Auch die Nutzungsänderung einer Fläche, zum Beispiel vom Laden zur Bar oder vom Restaurant zum Club, ist grundsätzlich genehmigungspflichtig (§ 59 Absatz 1 HBauO).

DIN 4109: Anforderungen an laute Räume

Die DIN 4109-1:2018-01 ist in Hamburg als Technische Baubestimmung eingeführt. Sie enthält einen eigenen Abschnitt für Bauteile zwischen „besonders lauten“ und schutzbedürftigen Räumen. Als Beispiele nennt die Norm unter anderem Gasträume von Gaststätten. Die Anforderungen steigen, wenn der Betrieb nach 22 Uhr läuft oder elektroakustische Anlagen eingesetzt werden. Die Norm weist außerdem darauf hin, dass wegen der verstärkten Übertragung tiefer Frequenzen zusätzliche Maßnahmen nötig sein können. Den rechnerischen Nachweis regelt DIN 4109-2.

Wie hoch die Anforderung genau ausfällt, hängt vom Schallpegel im Raum ab. Die Werte stehen in der Norm selbst, die nur kostenpflichtig erhältlich ist. Ihr Akustiker legt sie für Ihr Objekt fest.

TA Lärm: Richtwerte für die Nachbarschaft

Die TA Lärm gilt für Anlagen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz, dazu zählen auch Gaststätten in Gebäuden. Ausgenommen sind unter anderem Freiluftgaststätten. Zwei Gruppen von Richtwerten sind für Clubs wichtig:

  • Innerhalb des Gebäudes (Nr. 6.2): In fremden schutzbedürftigen Räumen, also etwa in der Wohnung über dem Club, gelten 35 dB(A) tags und 25 dB(A) nachts. Einzelne Spitzen dürfen diese Werte um höchstens 10 dB(A) überschreiten.

  • Draußen vor dem Fenster (Nr. 6.1): Die Werte hängen vom Gebiet ab, zum Beispiel 60 dB(A) tags und 45 dB(A) nachts in Kern- und Mischgebieten, 63 und 45 dB(A) in urbanen Gebieten, 55 und 40 dB(A) in allgemeinen Wohngebieten.

  • Nachtzeit (Nr. 6.4): Nacht ist von 22 bis 6 Uhr. Maßgeblich ist die lauteste volle Nachtstunde.

25 dB(A) in einer Wohnung ist sehr leise. Wer bis drei Uhr Musik spielt, plant den Schallschutz nach diesem Nachtwert, nicht nach dem Tageswert.

Versammlungsstättenverordnung Hamburg

Die Hamburger Versammlungsstättenverordnung (VStättVO) in der Fassung ab 1. Januar 2026 gilt für Versammlungsräume, die einzeln mehr als 200 Besuchende fassen, oder für mehrere Räume mit zusammen mehr als 200 Besuchenden, wenn sie gemeinsame Rettungswege haben (§ 1 Absatz 1). Für Stehplätze sind mindestens zwei Besuchende je Quadratmeter anzusetzen, für Sitzplätze an Tischen eine Person je Quadratmeter (§ 1 Absatz 2). Ein Club mit gut 100 m² Stehfläche kann damit schon unter die Verordnung fallen. Dann gelten zusätzliche Anforderungen, unter anderem an Bauteile, Rettungswege und Brandschutz.

Gaststättenrecht und Sperrzeit

Wer eine Gaststätte eröffnet, muss das Gewerbe vor Eröffnung anzeigen. Alkohol darf erst ausgeschenkt werden, wenn die Erlaubnis nach dem Gaststättengesetz vorliegt. Ändert sich die Betriebsart, etwa von der Schankwirtschaft zur Diskothek, ist auch das gaststättenrechtlich relevant. Die Hamburger Sperrzeitverordnung sieht für Schank- und Speisewirtschaften von Sonntag- bis Donnerstagnacht eine Sperrzeit von 5 bis 6 Uhr vor, in den Nächten zu Samstag und Sonntag keine. Für Musikaufführungen und Veranstaltungen im Freien beginnt sie um 24 Uhr. Die Behörde kann Auflagen zum Lärmschutz machen. Ein dokumentierter Schallschutz hilft hier.

Brandschutz: F30, F90 und EI

Trockenbauwände und -decken in Gaststätten und Versammlungsstätten müssen oft feuerhemmend oder feuerbeständig sein. Die nationale Einstufung nach DIN 4102 (F30, F90) und die europäische nach DIN EN 13501-2 (zum Beispiel EI 30, EI 90 für raumabschließende Bauteile) stehen nebeneinander. Knauf weist die Feuerwiderstandsklassen seiner Systeme in den Systemunterlagen mit Prüfnachweisen aus, für die Doppelständerwand W115.de zum Beispiel bis F90. Wichtig: Ein Brandschutznachweis gilt nur für den geprüften Aufbau. Wer Schallschutz-Details ändert, etwa Randanschlüsse, muss den Brandschutz neu prüfen.

Normen für die Ausführung

Für die Ausführung selbst gelten DIN 18181 (Gipsplatten im Hochbau, Verarbeitung) und DIN 4103-1 (nichttragende innere Trennwände, Anforderungen und Nachweise). Darauf bauen die Systemangaben der Hersteller auf.

Die passenden Knauf-Systeme für laute Räume

Wir bauen in Clubs und Bars unter anderem Knauf-Systeme ein. Nordstern ist ein unabhängiger Fachbetrieb, vergleichbare Systeme gibt es auch von anderen Herstellern. Entscheidend ist, dass das gewählte System vollständig nach Herstellerunterlagen ausgeführt wird. Alle Prüfwerte der Hersteller gelten im Labor, ohne Schallübertragung über flankierende Bauteile. Im fertigen Gebäude liegt das Ergebnis darunter.

Doppelständerwände: W115.de

Bei der Knauf W115.de stehen zwei Reihen CW-Ständer nebeneinander, ohne sich zu berühren. Jede Seite ist zweilagig beplankt, in beiden Hohlräumen liegt Mineralwolle. Knauf gibt im System-Datenblatt W11.de bewertete Schalldämm-Maße bis Rw 77,6 dB und eine Feuerwiderstandsklasse bis F90 an. Für die Wand zwischen Club und Nachbareinheit ist diese Bauart unsere erste Wahl, weil die Trennung der Ständer gerade bei tiefen Frequenzen hilft.

Schematischer Horizontalschnitt einer Doppelständerwand: zwei getrennte Reihen CW-Profile, Mineralwolle in beiden Hohlräumen, je Seite zwei Lagen Gipsplatten

Doppelständerwand mit getrennten Ständerreihen. Eigene Darstellung nach Knauf-Systemangaben (Quelle: Knauf System-Datenblatt W11.de), schematisch.

Vor bestehenden massiven Wänden reicht oft eine freistehende Vorsatzschale aus dem System Knauf W61.de. Sie steht auf eigenen Ständern vor der Wand und braucht dafür etwas Raumtiefe.

Platten: Knauf Diamant und Silentboard

Die Beplankung macht einen großen Teil der Wirkung aus. Knauf Diamant ist eine Hartgipsplatte (GKFI) mit biegeweichem Spezialgipskern, robust, nicht brennbar und für Schall- und Brandschutz geeignet. Für eine Bar mit Stoßbelastung an Tresen und Wänden ist das ein praktischer Vorteil. Knauf Silentboard 2in1 ist eine Spezialplatte für Schallschutz. Knauf hebt ausdrücklich ihre hohe Leistungsfähigkeit im tieffrequenten Bereich hervor. Bei Decken verlangt der Hersteller dafür engere Achsabstände der Tragprofile von höchstens 400 mm.

Entkoppelte Unterdecken: D11.de mit Schwingabhängern

Liegen Wohnungen über dem Club, ist die Decke die wichtigste Stelle. Die Plattendecken aus dem System Knauf D11.de, etwa die D112.de, lassen sich mit Schwingabhängern ausführen. Ein Gummielement im Abhänger trennt die Unterdecke von der Rohdecke. Knauf weist darauf hin, dass dieser Gummi beim Montieren nur geringfügig zusammengedrückt werden darf. Laut Detailblatt verbessern größere Abhängehöhen den Schallschutz, für die Dämmung im Hohlraum nennt Knauf Mineralwolle mit festgelegtem Strömungswiderstand.

Schematischer Schnitt einer entkoppelten Unterdecke: Schwingabhänger mit Dämpfungsgummi an der Rohdecke, CD-Profile, Mineralwolle, zweilagige Beplankung und elastische Randfuge

Entkoppelte Unterdecke. Eigene Darstellung nach Knauf-Systemangaben (Quelle: Knauf D11.de), schematisch.

Nahaufnahme des Randanschlusses einer entkoppelten Unterdecke: Metallprofil der Unterkonstruktion mit Abstand zur Wand und Fuge zur Beplankung

Randanschluss einer entkoppelten Schallschutzdecke: Das Profil liegt nicht starr an der Wand an. C’est La Vie Night Lounge, Hamburg (September 2026). Foto: Nordstern Bauunternehmen

Tragfähigkeit: Lautsprecher, Licht und Deko

In Clubs und Bars hängt an der Decke oft mehr als nur die Decke selbst: Lautsprecher, Lichttraversen, Leuchten, Deko. Eine Unterdecke ist nach Herstellerangaben und DIN 18168 nur für ihr Eigengewicht und begrenzte Zusatzlasten bemessen. Schwere Lasten werden deshalb in der Regel nicht an die Unterdecke gehängt, sondern über eigene Abhängungen an der Rohdecke befestigt. Wie viel die Rohdecke und die Verankerung tragen, muss für jedes Objekt einzeln geprüft und nachgewiesen werden, mit einem Lastnachweis durch den Tragwerksplaner und mit zugelassenen Dübeln. Ein Foto oder ein Belastungstest auf der Baustelle ersetzt diesen Nachweis nicht.

Monteur hängt sich mit beiden Händen an die Metall-Unterkonstruktion einer abgehängten Schallschutzdecke, darüber Abhänger und Mineralwolle

Lautsprecher, Licht und Deko bringen viel Gewicht an die Decke. Deshalb prüfen und weisen wir Tragfähigkeit und Verankerung für jede Bar und jedes Restaurant einzeln nach (Statik und Lastnachweis). Das Foto aus der C’est La Vie Night Lounge, Hamburg, ersetzt keinen statischen Nachweis. Foto: Nordstern Bauunternehmen

Wie man die Ränder einer solchen Decke ausführt und warum ein starr verschraubtes Randprofil die Entkopplung aushebelt, beschreiben wir ausführlich im Ratgeber zum Schallschutz im Trockenbau.

Raum-in-Raum und schwimmender Boden

Schematischer Schnitt durch einen Club mit Raum-in-Raum-Konstruktion: entkoppelte Unterdecke an Schwingabhängern, Vorsatzschalen vor den Wänden und schwimmender Boden

Raum-in-Raum-Prinzip für laute Räume. Eigene Darstellung nach Knauf-Systemangaben (Quellen: Knauf W11.de, Knauf D11.de), schematisch.

Bei sehr lauter Nutzung reicht es nicht, Decke und Wände einzeln zu verbessern. Dann wird der Club zu einem Raum im Raum: Wände, Decke und Boden bilden eine innere Schale, die nirgends starr mit dem Gebäude verbunden ist. Der Boden liegt auf einer elastischen Trennlage, die Wände stehen darauf oder davor, die Decke hängt an Schwingabhängern. Welche Lagerung der Boden braucht, rechnet der Akustiker aus. Der Trockenbau muss sich dann an jedem Anschluss an dieses Konzept halten. Ein einziger starrer Punkt, etwa ein durchgeschraubter Tresen oder ein Lautsprecherhalter in der Rohdecke, kann viel Wirkung kosten.

Details, an denen der Schallschutz hängt

Gleitender Deckenanschluss

Massivdecken biegen sich unter Last durch. Damit eine Trockenbauwand dabei nicht gestaucht wird, sieht Knauf ab 10 mm Deckendurchbiegung gleitende Deckenanschlüsse vor. Das UW-Profil sitzt dabei auf Knauf Plattenstreifen an der Decke. Die CW-Profile gleiten im UW-Profil, die Platten werden nicht mit dem UW-Profil verschraubt. Die Fuge zur Decke wird dauerelastisch abgedichtet. Für die W115.de nennt Knauf eine zulässige Deckendurchbiegung von bis zu 20 mm bei einem Profileinstand von mindestens 20 mm. Fehlt die Abdichtung zwischen Beplankung und Plattenstreifen, gehen laut Knauf rund 3 dB verloren.

Schematischer Vertikalschnitt eines gleitenden Deckenanschlusses: UW-Profil auf Plattenstreifen an der Rohdecke, CW-Profil, Beplankung ohne Verschraubung am UW-Profil, dauerelastische Abdichtung

Gleitender Deckenanschluss. Eigene Darstellung nach Knauf-Systemangaben (Quellen: Knauf System-Datenblatt W11.de, Knauf Trockenbau Unlimited), schematisch.

Durchdringungen und Installationen

Lüftungskanäle, Kabel, Rohre und Lautsprecher sind die häufigsten Schallbrücken. Jede Durchführung durch die Schale wird elastisch ausgeführt und abgedichtet. Lautsprecher und Subwoofer hängen nicht direkt an der Rohdecke, sondern auf eigenen, entkoppelten Lagern. Elektrodosen in Schallschutzwänden sitzen nicht Rücken an Rücken. Knauf gibt dafür eigene Einbauhinweise.

Türen, Tresen, Fenster

Die beste Wand nützt wenig, wenn daneben eine leichte Tür ohne Dichtung sitzt. Bei Clubs planen wir Schallschleusen oder Schallschutztüren gleich mit ein. Der Tresen bekommt eine eigene Unterkonstruktion, die nicht durch die Wandschale verschraubt wird.

Ablauf: So planen wir den Schallschutz für Ihren Betrieb

  1. Bestandsaufnahme: Wir sehen uns Decke, Wände, Boden, Nachbarnutzungen und vorhandene Installationen an.

  2. Gutachten und Ziel: Ein Akustiker legt fest, welche Anforderungen gelten und welcher Aufbau sie erfüllt. Bei Bedarf misst er vorher den Ist-Zustand.

  3. Genehmigung: Ist eine Nutzungsänderung oder ein Sonderbau betroffen, stimmen wir die Bauvorlagen mit dem Planer ab. Dabei unterstützen wir im Bereich Baugenehmigung und Behördenverfahren.

  4. Ausführung: Wir bauen Wände, Decken und Anschlüsse nach Systemunterlagen und Gutachten. Wo nötig, setzen wir Elektro- und Installationsarbeiten mit unserem eigenen Elektromeister und Sanitärteam um.

  5. Kontrolle vor dem Schließen: Bevor die zweite Plattenlage drauf kommt, prüfen wir Dämmung, Abhänger und Anschlüsse.

  6. Messung: Nach Fertigstellung empfehlen wir eine Messung durch den Akustiker. Sie dokumentiert gegenüber Nachbarn und Behörden, was erreicht wurde.

Wovon die Kosten abhängen

Einen seriösen Preis nennen wir erst nach Besichtigung und Gutachten. Diese Faktoren bestimmen den Aufwand:

  • Ziel und Nutzung: Pegel, Betriebszeiten nach 22 Uhr, Art der Musik und Nachbarschaft

  • Umfang: nur Decke, Decke und Wände oder kompletter Raum-in-Raum mit schwimmendem Boden

  • Aufbau: Doppelständerwand oder Vorsatzschale, Zahl und Art der Plattenlagen, Abhängehöhe

  • Brandschutz: geforderte Feuerwiderstandsklasse und besondere Anschlussdetails

  • Installationen: Lüftung, Lautsprecher, Licht, Revisionsöffnungen

  • Baustelle: Raumhöhe, Zugang, Arbeiten im laufenden Betrieb oder in Schließzeiten

  • Gutachten und Messung: Leistungen des Akustikers

Referenz: C’est La Vie Night Lounge, Hamburg

Wir haben in Hamburg mehr als 14 Clubs, Bars und Restaurants schallgedämmt und ausgebaut. Nicht alle Projekte können wir aus Gründen der Vertraulichkeit zeigen. Eines davon dürfen wir vorstellen: die C’est La Vie Night Lounge in Hamburg, ein Club mit lauter Musik.

Dort haben wir im September 2026 eine entkoppelte Schallschutz-Unterdecke im Trockenbau ausgeführt:

  • Konstruktion: in Anlehnung an Knauf D112, aber als schwebende Decke. Die Unterkonstruktion aus CD-Profilen 60/27 mit Kreuzschnellverbindern hängt an Direktschwingabhängern mit Gummielement.

  • Rand: Die UD-Randprofile sind nicht an die Wände geschraubt. Die Randfuge ist elastisch mit Kompriband und Silikon geschlossen, damit die Decke schwingfähig bleibt.

  • Dämmung: Hohlraum von mindestens 100 mm, vollflächig mit Mineralwolle gedämmt.

  • Beplankung: zweilagig mit 12,5 mm Knauf Diamant, gespachtelt in Qualitätsstufe Q2.

Zollstock misst die Dicke der Mineralwolle-Dämmschicht im Hohlraum der Schallschutz-Unterdecke in der C’est La Vie Night Lounge in Hamburg

Kontrolle der Dämmdicke im Deckenhohlraum, C’est La Vie Night Lounge, Hamburg (ausgeführt im September 2026). Foto: Nordstern Bauunternehmen

Monteur auf einer Leiter spachtelt die Gipsplatten der Schallschutz-Unterdecke in der C’est La Vie Night Lounge in Hamburg, an der Wand eine Skyline-Tapete

Beplankung und Spachtelung der entkoppelten Schallschutz-Unterdecke in der C’est La Vie Night Lounge, Hamburg (ausgeführt im September 2026). Foto: Nordstern Bauunternehmen

Warum wir den Rand dort strenger als im Standarddetail ausgeführt haben und wie die Decke Schicht für Schicht aufgebaut ist, zeigen wir mit weiteren Baustellenfotos im Ratgeber Schallschutz im Trockenbau: Decken und Wände richtig entkoppeln.

Häufige Fragen

Reichen Akustikplatten, damit sich die Nachbarn nicht beschweren?

Nein. Akustikplatten verbessern den Klang im Raum. Gegen die Übertragung in Nachbarwohnungen hilft nur baulicher Schallschutz mit Masse und Entkopplung.

Welche Werte muss ich nachts in der Wohnung über meiner Bar einhalten?

Die TA Lärm nennt für Geräusche, die innerhalb des Gebäudes übertragen werden, 25 dB(A) nachts und 35 dB(A) tags in fremden schutzbedürftigen Räumen. Dazu kommen die baulichen Anforderungen aus DIN 4109-1. Was für Ihren Fall gilt, klärt ein Gutachten.

Brauche ich für den Umbau eine Baugenehmigung?

Oft ja. Eine Nutzungsänderung ist grundsätzlich genehmigungspflichtig. Gaststätten mit mehr als 40 Gastplätzen sind in Hamburg Sonderbauten mit regulärem Baugenehmigungsverfahren.

Ab wann gilt die Versammlungsstättenverordnung?

Bei Versammlungsräumen, die einzeln oder bei gemeinsamen Rettungswegen zusammen mehr als 200 Besuchende fassen. Bei Stehplätzen werden mindestens zwei Personen je Quadratmeter angesetzt.

Warum ist Bass so schwer zu dämmen?

Tiefe Frequenzen regen Bauteile direkt an und laufen als Körperschall durch das Gebäude. Dagegen helfen entkoppelte Schalen, schwere, biegeweiche Platten und große Hohlräume mit Dämmung.

Kann ich während des Umbaus weiter öffnen?

Häufig ja, wenn die Arbeiten in Abschnitten oder in den Schließzeiten laufen. Das planen wir vorher mit Ihnen.

Schallschutz für Ihren Club oder Ihre Bar in Hamburg

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Quellen

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